Wie man die Frische der Rosen messen kann

Ein Problem, dass vor allem viele Männer kennen dürften: Die Rosen, die man der Liebsten erst gestern gekauft hat, lassen heute schon den Kopf hängen und sind teilweise schon verwelkt. Um diesem Ärger zu entgehen, haben Forscher vom Institut für Gartenbau in Geisenheim eine Methode entwickelt, mit der Man(n) die Frische der Rosen messen kann, bevor er sie kauft – indem man auf den Schrei der Rose hört.

Warum lassen Rosen überhaupt den Kopf hängen?

rosen rosen in vase

Die Frische von Rosen kann man messen – indem man dem Schrei der Rose lauscht. (c) Birgit Winter / pixelio.de

Der Grund dafür, dass Rosen nach dem Kauf den Kopf hängen lassen, ist Wassermangel. Fehlt der Blume Wasser, wird die Rosen-Struktur schwächer und die Rose knickt ein – meist am Pedankel. Doch warum kommt kein Wasser mehr in die Blätter der Rose? Für das schnelle Verwelken der Rose sorgt der Käufer bzw. der Blumenverkäufer selbst: Wird eine Rose abgeschnitten, exponiert sie an der Schnittstelle mit der Luft, woraus Embolien entstehen, die die Wasseraufnahme der Blume behindern – das Ende der Geschichte steht mit hängendem Kopf in der Vase im Wohnzimmer oder im Blumentopf unter dem Holz Aluminium Fenster. Um diesem schnellen Verfall entgegenzuwirken, empfehlen wir das Kaufen von durchgewurzelten Rosen aus einer traditionellen Baumschule.

Die Schreie der Rosen verraten, wie frisch die Blumen noch sind

Diese Problematik ist schon längere Zeit bekannt, nun haben Wissenschaftler herausgefunden, wie man die Frische der Rosen genau bestimmen kann. Die Methode der Forscher macht sich die Embolienbildung, die beim Abschneiden der Rosen entstehen und die auch als „Wasserstress“ bezeichnet wird, zunutze: An die Stengel der Rosen werden mit Silikon kleine Ultraschallsensoren angebracht, die ungefähr einen Quadratzentimeter groß sind und bei 100 bis 400 Kilohertz messen können, wie frisch die Rosen sind. Denn durch die Embolien im Rosenstengel wird der Sog, mit dem die Blumenblätter das Wasser anzuziehen versuchen, immer größer. Steigt der so erzeugte Unterdruck auf minus zehn Bar, fängt das Wasser an, langsam im Blumenstengel zu verdampfen.
Dadurch bilden sich Hohlräume und die Zellmembran beginnt zu vibrieren. Diese Vibration, die auch Kavitation genannt wird, ist dank der Sensoren messbar und wird an einem Ultraschallempfänger mit einem leisen Knacken hörbar.

Je leiser das Knacken, desto frischer die Rosen

An der Intensität und den Intervallen, in denen die Schreie der Rosen zu hören sind, lässt sich festellen, wie frisch die Rosen wirklich sind. Dabei gilt die Faustregel: Je lauter und häufiger das Knacken zu hören ist, desto älter sind die Rosen. Wirklich frisch sind die Rosen also nur dann, wenn ein leises Knacken in unregelmäßigen Abständen wahrzunehmen ist.

Die Technik ist noch nicht marktreif

Bevor nun alle Rosenhändler mit ihren eigenen Ultraschallmessgeräten zur nächsten Blumenauktion pilgern, sei gesagt, dass die Technik noch nicht marktreif ist. Das liegt vor allem an der Zeit, die benötigt wird, um eine sichere Prognose über die Frische der Rosen abgeben zu können. Mitunter bis zu 18 Stunden müssen Kavitationsprofile der Rosen ausgewertet werden, bis feststeht, wie frisch die untersuchte Rose wirklich ist. Mittlerweile arbeiten die Forscher daran, den Zeitaufwand ihrer Methode auf sechs Stunden herunterzuregeln – was angesichts der lauten Schreie der Rosen, die schon über 18 Stunden „Wasserstress“ haben, auch ratsam ist.

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